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Skandinavien Rundreise – Der ultimative Roadtrip zum Nordkap und zurück.

Skandinavien Rundreise mit Auto

Eine Skandinavien Rundreise mit dem Auto ist sicher die beste Möglichkeit, die atemberaubenden Landschaften Skandinaviens kennenzulernen.

Der Roadtrip führte uns in sechs Wochen rund 7.000 Kilometer durch Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. Von Kopenhagen über Malmö in Südschweden, an der Ostsee entlang in den Norden. Es ging weiter durch das schwedische und finnische Lappland, hoch über den Polarkreis, in den äußersten Nordosten Norwegen. Von dort ging es ans Nordkap und über die Inselgruppe Lofoten zurück in den Süden Norwegens. Die Route verbindet zahlreiche norwegische Landschaftsrouten und führt durch atemberaubende Landschaften.

In diesem Reisebericht findest du Tipps für deine eigene Skandinavien Rundreise inkl. einer detaillierten Karte mit unserer Route. Sie enthält Höhepunkte entlang der Strecke, Landschaftsrouten, Wanderrouten, traumhafte Spots für Nachtlager und einiges mehr. Außerdem findest du hier auch noch Informationen zu Ausrüstung und Packliste.

Skandinavien Rundreise mit Auto und Dachzelt

Unsere Skandinavien Rundreise mit Auto und Dachzelt begann in Berlin. Anfang Mai bepackten wir unseren Jeep Wrangler mit Dachzelt und allem, was wir für notwendig gehalten haben und fuhren los in Richtung Norden. Es war unsere erste Skandinavien Reise und wir haben im Vorfeld viel Zeit mit der Planung verbracht. Wir wussten von früheren Touren, dass Wind der größte Feind vom Dachzelt ist. Nicht dass wir uns sorgen um die Stabilität machten, aber ab einer gewissen Windstärke ist an Schlaf einfach nicht mehr zu denken. Die Dachzeltnomaden unter euch wissen sicher, wovon ich spreche.

Wind gibt es in Skandinavien bekanntlich reichlich, häufig gepaart mit Regen. Deshalb empfehle ich zur Not auch einen Schafplatz im Auto einzuplanen. Wir haben aus unserem Jeep ohnehin eine 2-Zimmer-Wohnung gemacht und sind mit dem Ausbau von Red Rock Adventures entsprechend komfortabel und flexibel unterwegs. In den 6 Wochen haben wir 9 Nächte in Airbnb Unterkünften geschlafen. Alle weiteren Nächte haben wir im Jeep oder obendrauf im Dachzelt geschlafen und konnten fast immer frei, an traumhaften Plätzen stehen.

Die Route unsere Skandinavien Rundreise mit dem Auto teilt sich auf in 3 große Etappen. Gleich auf der ersten Etappe stellte uns das Wetter ordentlich auf die Probe. Was dazu führte, dass wir Schweden und Finnland relativ schnell hinter uns ließen. Es regnete tagelang ununterbrochen. Statt auf besseres Wetter zu warten, entschieden wir uns Strecke zu machen. So fuhren wir zu Beginn der Rundreise recht lange Tagesetappen. Dieser Umstand führt dazu, dass Dänemark, Schweden und Finnland auf dieser Skandinavien Rundreise etwas unterrepräsentiert sind und der Fokus daher mehr auf Norwegen liegt. Eine interaktive Karte (Google Maps) mit allen Informationen und POIs findet ihr am Ende des Artikels.

Die wichtigsten Fakten zu unserer Skandinavien Rundreise im Überblick

  • Reisezeit: 42 Tage im Mai und Juni 2019
  • Reiseländer: Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen
  • Fahrzeug: Jeep Wrangler JKU mit Dachzelt, Schlafausbau und Kühlschrank
  • Gefahrene Kilometer: ca. 7.000
  • AirBnB Übernachtungen: 9
  • Fähren: 6

Skandinavien Rundreise Etappe 1 – Von Deutschland bis Finnisch-Lappland

Unser Skandinavien Roadtrip beginnt am Puttgarden Fährbahnhof auf der Insel Fehmarn. Von dort geht es in mit der Fähre rüber nach Rødby in Dänemark. Fahrpläne und Tickets für die Fähre findet ihr bei Direct Ferries. Weil es wenig später über die mautpflichtige Øresundverbindung mit der weltweit längste Schrägseilbrücke weiter nach Schweden geht, empfiehlt es sich direkt ein Kombiticket zu kaufen. Kosten für unseren Jeep mit Dachzelt und zwei Personen rund 115 Euro (2019).

Die ersten Stationen unserer Skandinavien Rundreise sind Kopenhagen, Malmö und Stockholm

Früh morgens setzten wir mit der ersten Fähre bei dichtem Nebel über nach Dänemark. Unser erster Stopp war Kopenhagen und der Nebel hatte sich inzwischen verzogen. So schlenderten wir bei strahlendem Sonnenschein durch die Straßen und Gassen der dänischen Hauptstadt. Am frühen Abend machten wir uns bereits auf den Weg Richtung Schweden. Um genau zu sein, ging es nach Höllviken südlich von Malmö. Hier verbrachten wir 3 Tage in einem kleinen Haus direkt am Meer, um ein wenig zu arbeiten und einen Tagesausflug nach Malmö zu unternehmen. Eine schöne und ruhige Gegend.

Unser schwedischer Gastgeber befeuerte unsere Vorfreunde auf den hohen Norden. Er war mal Bergführer in Norwegen und erzählte uns mit einer solch ansteckenden Begeisterung von den Lofoten, dass wir es kaum erwarten konnten unseren Weg Richtung Norden fortzusetzen.

Von Südschweden ging es nun nach Stockholm. Auf halber Strecke verbrachten wir eine Nacht mit Lagerfeuer an einem sehr schönen Platz im Wald am Vättern, dem zweitgrößten See Schwedens. In Stockholm verbrachten wir eine Nacht in einem Hotel am Stadtrand und nutzten die Gelegenheit uns die Stadt anzusehen. Nach diesem Zwischenstopp sollte nun endgültig die Natur im Mittelpunkt stehen und so setzten wir unsere Reise am nächsten Tag fort.

Im schwedischen Wald – Die Hütte am Fluss

Von Stockholm fuhren wir an einem Tag rund 650 km an der Ostsee entlang bis in die Gegend von Umeå. Auf der Suche nach einem Schlafplatz, wo wir endlich unser Dachzelt nutzen wollten entdeckten wir eher zufällig diese kleine Hütte im Wald. Die Strecke zur Hütte ist nur mit 4×4 und entsprechende Bodenfreiheit zu empfehlen. Bei gutem Wetter hat es laut Gästebuch und den Bewertungen in einschlägigen Apps wohl auch ein VW T3 hierhin geschafft. Riskieren würde ich das nicht, schon gar nicht bei schlechtem Wetter.

Dank der urgemütlichen, kleinen Hütte blieb das Dachzelt mal wieder zu. Schnell war ein Lagerfeuer gemacht, und der Ofen in der Hütte wurde auf Temperatur gebracht. Wir verbrachten einen traumhaften Abend und eine erholsame Nacht. Was die Schlafplätze angeht, gehört diese kleine Hütte mitten im Wald definitiv zu den Lieblingsplätzen unserer Skandinavien Rundreise. Wir haben die Hütte, wie viele andere tolle Plätze, in der Karte für euch verlinkt.

Lappland – Das Wetter stellt uns auf die Probe

Kurz nachdem wir am nächsten Morgen unsere kleine Hütte im Wald verlassen haben, fing es auch schon an zu regen. Zu dem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass es die kommenden Tage auch nicht mehr aufhören sollte. So fuhren wir weiter entlang der Ostsee, ließen Schweden hinter uns und näherten uns in Finnland der Stadt Rovaniemi. Hier, direkt am Polarkreis liegt das Dorf des Weihnachtsmannes. Wir besuchten das Hauptpostamt des Weihnachtsmannes uns schrieben einige Postkarten an Freunde und Familie und steckten sie den roten Briefkasten. Das Geheimnis dieses Briefkastens ist, dass alle hier eingeworfenen Briefe erst zur Weihnachtszeit abgeschickt werden.

Nach einer kurzen Stärkung ging es nun weiter zum Pyhä-Luosto-Nationalpark, wo wir unser Nachtlager einrichteten. Auch hier gab es wieder eine kleine Schutzhütte und so saßen wir trotz Regen draußen am Feuer und ließen den Tag ausklingen. Die Sonne ging ab jetzt nicht mehr unter.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter. Jede kleine Regenpause in der es nicht gerade wie aus Eimern schüttet nutzen wir für kleine Stopps, um die umliegende Landschaft auf uns wirken zu lassen. Je weiter es in den Norden ging, desto faszinierender wurde die Umwelt. Wir erreichten den Inari-See und verbrachten hier eine weitere Nacht im Auto.

So schön alles um uns herum auch war – der Dauerregen der letzten Tage trübte kurzzeitig etwas die Stimmung. Wir entschieden uns einfach weiterzufahren. So verließen wir Finnland, und überquerten die Grenze nach Norwegen. Den geplanten Abstecher nach Grense Jakobselv ließen wir aus und fuhren weiter auf die Halbinsel Varanger. Der Regen hörte allmählich auf und wir ahnten noch nicht wie sehr wir später für unser ungeplantes Timing belohnt werden sollten.

Skandinavien Rundreise Etappe 2 – Der arktische Norden von Varanger bis Lofoten

Die zweite Etappe unserer Skandinavien Rundreise mit dem Auto erstreckt sich nördlich des Polarkreises. Von der Halbinsel Varanger über das Nordkap bis zu der Inselgruppe Lofoten. Oft habe ich bei anderen schon gelesen, dass es oberhalb der Lofoten langweilig werden würde. Dem muss ich klar widersprechen. Gerade diese Region gehört aus meiner Sicht zu den aufregendsten Landschaften dieser Rundreise.

Die Halbinsel Varanger – Erster Höhepunkt der Skandinavien Rundreise

Die Halbinsel Varanger, hoch oben im äußersten Nordosten Norwegens ist ein ganz klar ein Höhepunkt dieser Rundreise durch Skandinavien. Die gleichnamige norwegische Landschaftsroute Varanger ist eine 160 Kilometer lange Panoramastraße. Sie zeichnet die Küstenlinie auf ihrem Weg von Varangerbotn nach Hamningberg an der Barentssee nach. Von November bis Mai ist sie gesperrt.

Die Route führte uns vorbei an weißen Sandstränden, alten Fischerdörfern und einer wechselnden Landschaft aus weiten Ebenen und schroffen Felsformationen. Sie endet in einer Mondlandschaft mit zerklüfteten Klippen im verlassenen Fischerdorf Hamningberg.

Vardø – Zwischen Graffitis und Hexenverbrennung

Auf dem Weg dorthin machten wir einen Abstecher nach Vardø. Die einzige Stadt Norwegens in der arktischen Klimazone mit einer dunklen Vergangenheit. Daran erinnert heute das Hexen-Denkmal in Vardø. Es führt uns in eine grausame Zeit der europäischen Geschichte zurück. Das Steilneset-Denkmal wurde zum Gedenken an 91 Opfer der Hexenprozesse in der Finnmark im 17. Jahrhundert errichtet.

In der Stadt sieht man auffallend viele Graffitis an den Häusern. Diese sind nicht etwa das Ergebnis von Vandalismus, sondern sind im Rahmen des Komafest, einer städtischen Kunst- und Graffiti-Veranstaltung erstellt worden. So wurden dutzende, zumeist verlassene Gebäude wurden 2012 von internationalen Künstlern dekoriert und verschönern bis heute die Stadt.

Hamningberg – Das verlassene Fischerdorf am Ende der Welt

Von Vardø ging es weiter nach Hamningberg. Als wir dort angekommen sind, fühlt es sich an als wären wir am Ende der Welt. Oberhalb des Dorfes findet man die Ruinen einer verfallen, deutschen Geschützstellung, die Teil des Atlantikwalls war. Trotz dieses dunklen Kapitels in der Geschichte und der rauen Umgebung strahlt dies Ort eine unglaubliche Ruhe und Frieden aus. Es ist schwer zu beschreiben, aber es fühlt sich an als, wenn die Zeit still stehen würde. Ein wirklich magischer Ort und sicher einer der entlegensten Orte, die wir bisher besucht haben. 

Nachdem wir das Dorf und die Gegend um die Geschützstellung ausgiebig erkundet haben, fuhren wir an einem kleinen Friedhof vorbei, bis die Straße an der Küste der Barentssee schließlich endete. Hier ließen wir den ereignisreichen bei einer Flasche Wein ausklingen und legen uns glücklich und zufrieden schlafen. Am nächsten Morgen prüften wir auf die Wettervorhersage. Für das Nordkap war wolkenfreier Himmel angesagt. Kurzerhand entschlossen wir uns aufzubrachen und die Chance auf Mitternachtssonne am Nordkap zu nutzen.

Mitternachtssonne am Nordkap

Von Hamningberg fuhren wir rund 600 km bis zum Nordkap. Das Wetter wurde auf dem Weg dorthin immer besser und Landschaft entlang der Route ist atemberaubend schön. Immer wieder hielten wir an, machten Fotos und genossen die Natur. So brauchten wir auch fast den ganzen Tag bis wir den Nordkaptunnel passierten und auf der Insel Magerøya ankamen. Für einen kleinen Imbiss machten wir einen Abstecher nach Honningsvåg. Von dort fuhren wir schließlich das letzte Stück bis zum Nordkap, wo wir um 21:30 angekommen sind. Zeit spielte nun wirklich keine Roll mehr. Die Mitternachtssonne strahlte in voller Pracht und wir machten uns zu Fuß auf den Weg zur Weltkugel.

Der nördlichste Punkt Europas liegt etwa 71 Grad nördlich und etwa 2.000 km vom Nordpol entfernt, befindet sich auf Magerøya am äußersten Ende der europäischen Landmasse. Das Plateau erhebt sich mit 307 Metern fast senkrecht aus dem arktischen Meer. Unten am Berghang steht die als „Nordkap-Horn“ bekannte Felsformation, die eine alte samische Opferstätte ist.

Knivskjellodden – Das wahre Nordkap

Von der Hochebene des Nordkaps aus kann man nach links bis zum Knivskjellodden blicken, der mehr als 1 km weiter nördlich liegt. Somit ist das Nordkap nicht wirklich der nördlichste Punkt. Die Knivskjellodden genannte Landmarke ist nur auf dem Fußweg zu erreichen. Und genau da wollten wir jetzt hin. Etwas Südlich von Nordkap befindet sich ein Wanderparkplatz von wo aus der Wanderweg startet. Die Wanderung zu unternehmen war eine der besten Entscheidungen der ganzen Reise und so machten wir eine Nachtwanderung der ganz besonderen Art. Das Erlebnis war so atemberaubend, dass wir einen ausführlichen Bericht von der Wanderung zum Knivskjellodden am Nordkap geschrieben haben. Bei gutem Wetter eine klare Empfehlung.

Tromsø – Das Tor zur Arktis

Tromsø ist eine faszinierende Stadt im Norden von Norwegen. Sie hat einen besonderen Charme, der sich kaum beschreiben lässt. Tromsø war Ausgangspunkt für viele Polar-Expeditionen und ist auch heute noch Startpunkt vieler großer und kleiner arktischer Abenteuer. Heute ist Tromsø eine lebhafte kleine Metropole und so haben wir uns auch beim ersten Besuch auf Anhieb in die Stadt verliebt.

Vom Nordkap nach Tromsø sind es etwas mehr als 600 Kilometer. Für die Stecke haben wir uns ganze 4 Tage Zeit gelassen und die großartige arktische Landschaft im Norden auf uns wirken lassen. Der hohe Norden ist wirklich großartig und wir fanden tolle Plätze für die Nacht.

Nach 10 Tagen unterwegs haben wir uns in Tromsø für drei Nächte eine wunderschöne Airbnb Wohnung genommen. Wir freuten uns über die heiße Dusche, das warme Bett und die frisch gewaschenen Klamotten. Während wir die Tage in der Wohnung zum Arbeiten nutzten, schauten wir uns nach Feierabend die Stadt an oder unternahmen Wanderungen in die umliegende Berglandschaft. Die Mitternachtssonne ist einfach großartig. Man kann jederzeit allen Aktivitäten nachgehen ganz gleich zu welcher Uhrzeit.

Das Outdoor-Inselparadies Senja

Nach vier Tagen in Tromsø ging es mit aufgefüllten Vorräten weiter Richtung Süden. Unser nächstes Ziel war die Insel Senja. Senja ist mit einer Fläche von etwas mehr als 600 Quadratmeilen die zweitgrößte Insel Norwegens. Sie hat zerklüftete Berggipfel, winzige Fischerdörfer und eine atemberaubende Landschaft. Senja gehört zu den weniger besuchten Zielen in Norwegen und ist fast noch schöner als die Lofoten.

Wir verbrachten 3 Tage auf der Insel. Es gibt viele Wanderrouten mit spektakulären Aussichten. Einer der bekanntesten Gipfel der Insel ist der Segla. Den besten Blick auf den Segla hat man vom benachbarten Hesten, dessen Gipfel man in rund zwei Stunden erreicht. Die Wanderung ist in der Karte verzeichnet.

Der norwegischen Landschaftsroute Senja folgend fuhren wir Richtung Gryllefjord. Auf der gesamten Strecke hielten wir immer wieder an, machten Fotos und staunten über die Landschaft. Wir verbrachten eine Nacht am Steinfjord und sahen zu wie die Mitternachtssonne an uns vorbeizog. Die Bilder sagen sicher mehr als meine Worte hier ausdrücken können.

Von Gryllefjord ging es mit der Fähre rüber nach Andenes an der Nordspitze von Vesterålen. Eigentlich wollten wir von hier aus aufbrechen, um Wale zu beobachten. Aber wegen zu rauer See mussten wir das Whale Watching leider ausfallen lassen. Wir verbrachten eine Nacht auf einem weniger romanischen Parkplatz am Straßenrand. Am nächsten Tag fuhren wir über die Landschaftsroute Andøya Richtung Lofoten.

Lofoten – Traumziel jeder Skandinavien Rundreise

Die Lofoten sind eine atemberaubende Inselkette in Nordnorwegen, die für ihre hoch aufragenden Berge, weißen Strände und ihr kristallklares Wasser bekannt ist. Die Inselkette ist eines der beliebtesten Reiseziele Norwegens und bieten großartige Outdoor-Erlebnisse.

Die norwegische Landschaftsroute Lofoten führt durch die Höhepunkte des Archipels. Die 230 Kilometer lange Route beginnt in Å am westlichen Ende der Insel Moskenesøya und führt entlang der Straße E10 über insgesamt sechs Inseln. Sie endet in Raftsundet auf der Insel Hinnøya. Wir sind die Strecke, von Andenes kommend in entgegensetzten Richtung gefahren. Dabei haben wir unter anderem Abstecher zu Küstensiedlungen wie Nusfjord, Uttakleiv, Unstad, und Henningsvær gemacht.

Nach einer ersten Nacht mit Dachzelt am Meer haben wir uns für 4 Tage auf den Campingplatz „Moskenes Camping“ gestellt. Der Platz mit traumhafter Aussicht liegt windstill in der Nähe des Fähranlegers Moskenes und ist uneingeschränkt zu empfehlen. Wir haben von hieraus viele Wanderungen unternommen und die Gegend erkundet. Mehr dazu gibt es bald in einem separaten Bericht zu den Lofoten.

Von Moskenes ging es mit der Fähre rüber nach Bodø. Völlig überwältigt von den Eindrücken des hohen Nordens war uns klar: Hierhin kommen wir wieder.

Skandinavien Rundreise Etappe 3 – Südnorwegen von der Atlantikstraße bis zum Südkap

Nach einer letzten Nacht oberhalb des Polarkreises fuhren wir eine lange Tagesetappe bis runter in den Süden. Unser Ziel war die Atlantikstraße, wo wir am späten Abend ankamen. Hier fanden wir direkt einen tollen Stellplatz auf einer der kleinen Inseln.

Landschaftsroute Geiranger – Trollstigen

Von der Atlantikstraße machenten wir uns am frühen Morgen auf den Weg Richtung Geirangerfjord. Unsere Fahrt führte über die Landschaftsroute Geiranger – Trollstigen.

Die Passstraße Trollstigen ist Norwegens meistbefahrene Landschaftsroute. Sie durchquert eine malerische Gebirgslandschaft und bietet auf der gesamten Strecke eine tolle Aussicht. Die Straße führt in elf Haarnadelkurven vom Tal über eine Natursteinbrücke, die den Wasserfall Stigfossen überspannt zur Passhöhe hinauf. Dort befindet sich die Trollstigen Aussichtsplattform und ein Besucherzentrum.

Der weite Verlauf der Route führt uns zum Aussichtspunkt Ørnesvingen. Von dort blicken wir zum ersten Mal auf den Geirangerfjord. Über Serpentinen geht es schließlich runter zum Fjord. So schön es auch ist, nach der Einsamkeit des Nordens war es uns hier schon fast zu voll, sodass wir unserer Fahrt fortsetzten. Die Strecke ist atemberaubend und für jeden Autofahrer ein Erlebnis.

Dalsnibba Aussichtspunkt

Von Geiranger schlängelt sich die Straße rund 1000 Meter in die Höhe. Oben angekommen blicken wir auf den zugefrorenen See Djupvatnet. Von der am Ufer liegenden Djupvasshytta geht es über die Mautstraße Nibbevegen weiter hinauf auf zum Dalsnibba Aussichtspunkt auf 1476 Meter über dem Meeresspiegel. Dort oben hat meinen einen Wahnsinns-Ausblick auf die umliegenden Berge, den Geirangerfjord und die zurückgelegt Strecke.

Jotunheimen Nationalpark

Die nächste Station unserer Skandinavien Rundreise ist der Jotunheimen Nationalpark. Im „Reich der Riesen“ liegen die höchsten Berge Norwegens und ganz Nordeuropas.

Jotunheimen ist wahrscheinlich der meistbesuchte Nationalpark Norwegens. Die Wanderung über den Besseggen-Grat ist eine der beliebtesten Tageswanderung des Landes. Alles in allem ist der Jotunheimen eine imposante Landschaft aus Bergen, Gletschern und Seen mit einer Fläche von rund 3.500 km². Neben dem höchsten Berg Norwegens, dem Galdhøpiggen (2.469 Meter), gibt es mehr als 200 Gipfel die über 2.000 Meter hoch sind. Es gibt zahlreiche Wanderrouten und Hütten des DNT.

Hier verbringen wir insgesamt sechs Tage. Drei davon auf einer Schaffarm in Vågå. Schließlich geht es weiter über die Landschaftsroute Valdresflye zum Aurlandsfjord.

Über den Snøvegen zum Aurlandsfjord

Was die Strecken angeht, folgt jetzt ein weiterer Höhepunkt unsere Tour. Die Europastraße 16 führt in Richtung Süden zum Lærdalstunnel, der mit 24,51 km der längste Straßentunnel der Welt ist. Trotz des Rekordes ist das nicht unser angesprochener Höhepunkt. Der liegt darüber. Es ist der Snøvegen. Die Landschaftsroute Aurlandsfjellet verläuft von Lærdalsøyri nach Aurlandsvangen über das Gebirge. Die Straße ist im Winter gesperrt, wobei sich der Schnee auch noch bis in den Sommer hinein in den Bergen hält. Der Snøvegen führt durch unberührte Berglandschaft und ist ein einzigartiges Erlebnis.

Als wir dort waren, klarte gerade der Himmel nach einem heftigen Gewitter auf. So erlebten wir ein faszinierendes, farbenfrohes und fast mystisches Naturschauspiel. Als weiterer Höhepunkt bietet sich am Ende der Strecke ein unglaublicher Ausblick auf den Aurlandsfjord. Daher lautet die Empfehlung: Fahrt über die Berge und nicht durch den Tunnel. Ihr werdet es nicht bereuen.

Wanderungen in Südnorwegen

Die letzten Stationen dieser Etappe sind geprägt von Wanderungen. Die hier aufgezählten Wanderziele gehören sicher zu den bekanntesten und beliebtesten Wanderungen in Norwegen überhaupt. Entsprechend überlaufen kann es hier sein. Eine ausführliche Beschreibung sparen wir uns an dieser Stelle. Ihr findet dazu sicher genug Information im Netz. Es handelt sich dabei um folgende Ziele:

  • Trolltunga
  • Preikestolen
  • Kjeragbolten

Wir hatten am Preikestolen das Glück völlig allein zu sein. Mehr dazu schreiben wir mal in einem separaten Bericht.

Ankunft am Südkap – Das Ende unserer Skandinavien Rundreise

Da waren wir nun, am südlichsten Punkt von Norwegen. Vom Leuchtturm Lindesnes Fyr am Südkap von Norwegen blickten wir erneut auf das Meer. Die Landschaft rund um den Leuchtturm war ähnlich faszinierend und karg wie im hohen Norden, aber doch ganz anders.

Unsere Fähre würde in einigen Stunden Kristiansand verlassen und langsam machte sich Wehmut breit. Neben den vielen Eindrücken lernten wir auf dieser Reise ein Gefühl von Freiheit kennen, das nur darauf gewartet hat auszubrechen. Uns war bereits vor der Abreise bewusst, wir kommen wieder.

Die Route unserer Skandinavien Rundreise

Wie eingangs erwähnt haben wir viel Zeit in die Planung gesteckt. Dabei ist die folgende Karte entstanden, die wir während und nach der Tour weiter ergänzt haben. Die Karte wird auch weiterhin von uns aktualisiert. Achtet darauf den hier bereitgestellten Link zu verwenden. So habt ihr immer die aktuellste Version der Karte. Folgende Informationen findet Ihr auf den verschiedenen Ebenen:

  • Route – Aufgeteilt in Süd-Nord und Nord-Süd Verbindung.
  • Schlafplätze – Alle Schlafplätze sind auch anderswo zu finden. Wir veröffentlichen hier nichts was nicht schon öffentlich ist.
  • Wanderungen – Jeweils mit Start und Ziel.
  • Sightseeing – Sehenswürdigkeiten entlang der Route.
  • Verkehr – Landschaftlich außergewöhnliche Streckenabschnitte. Manche davon sind nur mit 4×4 befahrbar.

Die meisten POIs in der Karte haben weitere Informationen hinterlegt oder verlinkt. Klickt dazu einfach auf die Icons.

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Tipps und Nützliches für deine Skandinavien Rundreise

Hier folgen noch einige Tipps, Hinweise und nützliche Apps, die uns während der Reise sehr geholfen haben. Die meisten beziehen sich auf Norwegen.

  • Neben unserer Karte hilft dir die Park4Night App oder iOverlander. Diese Apps sind zwar Fluch und Segen zugleich. Aber letztlich haben wir damit viele einsame und wunderschöne Stellplätze gefunden.
  • Pack warme und wetterfeste Kleidung ein. Auch im Hochsommer kann es in Norwegen kalt werden. Vor allem im hohen Norden wird es selten wärmer als 10 Grad.
  • Plane die Tagesetappen nicht zu lang. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt selten höher als 60 km/h.
  • Nehmt Essen und Getränke, vor allem Alkohol von zu Hause mit. Ihr spart damit Geld vor Ort. Besonders in Norwegen sind die Preise für Wein und Bier deutlich höher als bei uns. Schaut euch dazu die norwegischen Zollbestimmungen an.
  • Die Mautgebühren kannst du bequem in Deutschland zahlen. Es kann mehrere Monate dauern, bis die Rechnung kommt.
  • Für die Planung und das Entdecken von Wanderrouten in Norwegen sind outtt.com und ut.no sehr zu empfehlen.

Weiter nützliche Karten für deine Skandinavien Rundreise

Schutzhütten in Norwegen

Diese Karte wurde von Anka Nordenborg erstellt. Rot markierte Hütten haben Matratzen, Holzofen usw. Für lila markierte Hütten ist ein Schlüssel erforderlich. Diesen erhält man als Mitglied des DNT.

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Schutzhütten in Finnland

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Schutzhütten in Schweden

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Viel Spaß auf deiner Skandinavien Rundreise!

Norbert

Norbert

Norbert weiß meistens, wo es langgeht. Ob in einsamen Bergregionen oder den Straßen von Bangkok, sein guter Riecher führt ihn meist von einem Abenteuer zum nächsten. Ist er gerade nicht abseits der Zivilisation unterwegs, weist er Unternehmen den Weg durch die digitale Welt.

2 Kommentare

  1. Sebastian Canaves

    Das nenne ich mal eine sehr geile Reise. Tolle Bilde, sie machen echt bock auf einen Roadtrip da oben. Schade, dass wir unseren Jeep verkauft haben – mit dem wäre ich jetzt direkt losgefahren! 🙂

    Antworten
    • Norbert

      Hey Sebastian, danke! Das war auch bisher ganz klar der beste Roadtrip den wir gemacht haben. Eure Westalpen-Tour sieht auch sehr geil aus, die haben wir auf jeden Fall auch noch auf dem Plan. Vielleicht fahren wir uns mal über den Weg. Auch ohne Jeep. 😉

      Antworten

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